Der alternative Blick

Dem autonomen Fahren gehört die Zukunft. Das ist mittlerweile absehbar. Während rot-grüne Verkehrsideologen von autofreien Städten träumen, in denen sich die Menschen nur mit Fahrrad und Öffentlichem Nahverkehr von A nach B bewegen, gelegentlich vielleicht noch ein Car-Sharing-Angebot nutzen, weil die beim Händler erworbenen neuen Möbel doch zu sperrig fürs Lastenfahrrad sind, macht sich Wissenschaft und Wirtschaft daran, unsere Vorstellung von Mobilität zu revolutionieren.

Ab Herbst 2018 wird auch in Dresden das autonome Fahren erprobt. Mehrere Testkorridore im Stadtgebiet sollen die Chance bieten, unter realistischen Bedingungen die Möglichkeiten und Probleme der Zukunft des individuellen Personenverkehrs zu erforschen. Dresden ist bereits heute ein wichtiger Standort der Verkehrswissenschaften mit hoher Innovationskraft. Die Tests für das autonome Fahren stärken daher sowohl den Wissenschaftsstandort als auch die Autobranche in Dresden.

Wer diese Entwicklung und das zugrunde liegende Potential betrachtet, kommt zu dem Schluss: sobald das autonome Fahren die Marktreife erlangt, spricht alles für einen neuerlichen Boom des Autos. Von autofreier Stadt zu sprechen, grenzt daher an Wirklichkeitsverleugnung. Auch selbstfahrende Autos werden viel Platz im Straßenverkehr beanspruchen.

Derzeit läuft die Verkehrspolitik jedoch in die völlig falsche Richtung. Der PKW-Verkehr wird bei jedem neuen Straßenbauprojekt gegenüber dem Fahrrad oder dem ÖPNV behindert. Statt Fahrbahnen gibt es überbreite Radstreifen, statt durchgehend „grüner Welle“ wird der Verkehr an jeder Haltestelle der Straßenbahn ausgebremst. „Stop and Go“ ist nicht nur überaus lästig für den einzelnen Fahrer, sondern nebenbei auch eine der Hauptursachen für Stickoxid- und Feinstaubbelastung, die vorgeblich reduziert werden sollen.

Wie ideologiegeladen die verkehrspolitische Debatte mittlerweile geführt wird, zeigt ein Antrag der Grünen zur Neuordnung des Verkehrsraumes am Neustädter Markt. Obwohl Verkehrsprognosen klar die Zunahme des Fahrradverkehrs aufgrund der Nähe zum Elbradweg bestreiten, obwohl derzeit ein städtebaulicher Wettbewerb zur Neugestaltung des gesamten Areals durchgeführt wird, wollen die Grünen vollendete Tatsachen schaffen und mit einem Prüfauftrag sowie einem später sicherlich folgende Beschluss Verkehrsraum zu Lasten des Autoverkehrs für Fahrradfahrer bereitstellen.

Kommt das selbstfahrende Auto, fehlen genau solche Verkehrsflächen umso mehr. Rückgebaute Straßen werden dann wieder auf das autonome Fahren ausgerichtet werden müssen. Voraussicht in der Verkehrspolitik wäre essentiell. Leider bestimmt derzeit die Unvernunft rot-grüner Verkehrsideologie die Politik.

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