Die Entwicklung der Leipziger Vorstadt bleibt eine endlose Geschichte

Erwartungsgemäß hat die linke Stadtratsmehrheit den Masterplanes zur Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen abgesegnet und sich damit für Wohnbebauung in dem Areal ausgesprochen und gegen die Ansiedlung des bereits geplanten GLOBUS-Warenhauses.

Das Unternehmen GLOBUS beabsichtigt auf den dort erworbenen Flächen ein SB-Warenhaus mit über 8.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und rund 1.000 Parkplätzen zu bauen. Dadurch sollen mindestens 300 neue Arbeitsplätze an dem Standort entstehen. Zudem möchte das Unternehmen auf dem Areal eine Kita sowie ein Museum für den Eisenbahnpionier Friedrich List errichten. Die ausführlichen Planungen dazu liegen vor, ebenso seit 2014 ein sogenannter Aufstellungsbeschluss durch den Stadtrat, der dem Unternehmen eine Baugenehmigung für das geschätzt 60 Millionen Euro teure Großprojekt in Aussicht stellt.

Durch die von Linken, SPD und Grünen geänderte Rahmensetzung sucht die Landeshauptstadt Dresden nun nach einem Alternativstandort für GLOBUS – bisher liegt jedoch noch keine tragfähige Lösung vor. Stattdessen wird immer wieder von den verschiedenen Kritikern des GLOBUS-Projektes betont, dass in dem Gebiet der Leipziger Vorstadt 1.700 neue Wohnungen, kleine Geschäfte und Räume für Künstler und die Kreativwirtschaft entstehen könnten.

Schaut man auf das Areal rund um den Alten Leipziger Bahnhof, erkannt man sofort dessen Lage an der Hauptverkehrsstraße Leipziger Straße sowie an den Bahngleisen. Schallschutz für die Mieter durch den Lärm von Straßenverkehr und Güterzügen wird daher zu großen Herausforderungen beim Bauen führen. Vielleicht müssen die dann verantwortlichen Bauherren wieder Wohnungen ohne zu öffnende Fenster planen, um den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. „Ob Wohnen am Leipziger Bahnhof wirklich eine Lösung ist, daran habe ich meine Zweifel“, bekannte damals Linken-Stadtrat Tilo Wirtz. Diese Erkenntnis haben die Politiker der Linken mittlerweile verdrängt. Ob um den Alten Leipziger Bahnhof herum tatsächlich ein gefragtes Stadtviertel entsteht oder doch eher ein sozialer Brennpunkt, bleibt also noch einige Zeit lang abzuwarten.

„Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Ideologisches Scheuklappendenken und wahltaktische Überlegungen des linken Lagers blockieren die Entwicklung der Leipziger Vorstadt auf jeden Fall um viele, viele Jahre“, urteilt Stefan Vogel, sozial- und wohnungspolitischer Sprecher der AfD-Stadtratsfraktion, und fügt an: „Einladend ist die Gegend mit ihren Industrieruinen gerade nicht. Aber das Unternehmen GLOBUS hatte zumindest eine konkrete Idee, etwas in dem Areal zu entwickeln. Außer schwammigen Versionen bieten die GLOBUS-Kritiker noch nichts Handfestes.“

Wann in dem Gebiet also tatsächlich etwas Neues entsteht, hängt maßgeblich vom Grundstückseigentümer GLOBUS ab. Für den Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden ist das Hin und Her um den Alten Leipziger Bahnhof und der Umgang mit Investoren auf jeden Fall keine Erfolgsgeschichte. Die politischen Entscheidungsträger tragen die Verantwortung, wenn die Entwicklung der Leipziger Vorstadt eine endlose Geschichte bleibt.

Stefan Vogel

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