Grundstücke für die WiD, aber keine Vorteile für Anwohner

Am 17. Mai 2018 hat der Stadtrat die Einlage von weiteren Grundstücken in die WiD Wohnen in Dresden GmbH & Co. KG beschlossen (V2148/17). Damit wurden die acht städtischen Grundstücke in der Bamberger Straße, der Carl-Zeiss-Straße, der Nöthnitzer Straße, der Ockerwitzer Straße, der Pillnitzer Landstraße, der Rathener Straße, der Spenerstraße sowie dem Thymianweg an die neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft übertragen. Im sogenannten ersten Grundstückspaket waren zuvor bereits zwölf Grundstücke der Landeshauptstadt Dresden in das Eigentum der WiD übergegangen.

Mit dem aktuellen Beschluss missbilligte der Stadtrat jedoch auch, „dass seitens des Oberbürgermeisters nicht vor der Veröffentlichung der Vorlage das Gespräch mit den betroffenen Grundstückspächtern gesucht worden ist […].“ Auf fünf der Grundstücke befinden sich seit Jahrzehnten Garagenhöfe. Diese, von den Garagengemeinschaften zumeist selbst erbaut, sollen nun für den Wohnungsbau weichen. Für die Garagengemeinschaften, die zumeist aus älteren Mitgliedern bestehen, kommt es aber noch dicker: sie müssen die Abrisskosten von mehreren Hundert Euro pro Garage selbst tragen.

Insgesamt würde die WiD 327.000 Euro brauchen, wenn sie für den Abriss der ganzen Garagen allein aufkommen müsste, teilte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) auf Anfrage dem Stadtrat mit. Zudem sei dieses Geld nicht im Haushalt eingestellt und müsste die WID alles selbst bezahlen, würden Mittel für den Bau neuer Wohnungen fehlen, gesteht Schmidt-Lamontain ein.

Seit Beginn der neuen Woba-Träume durch die rot-rot-grüne Stadtratsmehrheit warnt die AfD-Fraktion vor den wirtschaftlichen Risiken des Projektes für den Steuerzahler und den übersteigerten Hoffnungen, dass die Wohnungsbaugenossenschaft kurzfristig Einfluss auf die Entlastung des Wohnungsmarktes sowie die Mietpreise haben wird. Zudem hat die AfD-Stadtratsfraktion sich frühzeitig dafür eingesetzt, mit den Betroffenen Garagengemeinschaften eine sozialverträgliche Lösung zu erarbeiten, was von den übrigen Fraktionen im Stadtrat jedoch abgelehnt wurde.

Zukünftig weiter geplante Grundstücksübertragungen an die neue Wohnungsbaugesellschaft dürften die nächsten Garagenhöfe treffen – fast 100 Flächen der Landeshauptstadt sind mit Garagenhöfen bebaut. Für die Stadtverwaltung und die neugegründete WiD städtebauliches Entwicklungspotenzial, um zunächst die geplanten 800 Wohnungen zu errichten. Mit der Fertigstellung der ersten 22(!) Wohnungen wird voraussichtlich erst Ende 2019 zu rechnen sein. Bei diesen Wohnungen handelt es sich nach Angaben der WiD um sogenannte belegungsgebundene Wohnungen – diese stehen ausschließlich Haushalten mit geringem Einkommen zur Verfügung. Die WiD teilt daher vorsorglich auf ihrer Internetseite mit: „Eine Wohnung der WiD kann daher nur anmieten, wer über einen Wohnberechtigungsschein verfügt.“

Stefan Vogel

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