Würdevolles Gedenken an den 13. Februar 1945

Am 14. Februar 2017 fand auf Initiative des AfD-Kreisverbands Dresden und der Jungen Alternative Dresden eine Gedenk- und Trauerveranstaltung zu Ehren der Toten vom 13./14.Februar 1945 unter großem Interesse nationaler und internationaler Medien statt.

Karin Wilke (MdL) und Frau Altenburger vom KV Dresden verlasen Augenzeugenberichte, nachdem Stadtrat und Vorsitzender der AfD Fraktion im Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden Stefan Vogel eine sehr persönlich gehaltene Rede hielt. Hier seine Rede im Wortlaut:

 

Guten Abend liebe Dresdner, Gedenkende und Trauernde.

Vor 72 Jahren gab es für niemanden in Dresden einen guten Abend!

Bei den alliierten Bombenangriffen im Februar 1945 wurden zehntausende Leben binnen 48 Stunden ausgelöscht. Dresdner, Flüchtlinge, Kriegsgefangene, Gäste, Männer, Frauen und Kinder starben in der Hitze des Feuersturms und durch die Detonation tausender Bomben. Sie erstickten in den Kellern oder wurden von einstürzenden Gebäuden lebendig begraben.

Noch mehr verloren ihr Hab und Gut. Unschuldig und unvorbereitet.

All jenen gedenken wir heute, und verneigen uns vor ihnen.

Jeder Trauer ist persönlich und nicht übertragbar. Trauernden als Trost einen etwaigen Vergleich anzubieten, ist absurd. Wer ehrlich trauert, muss nicht noch zusätzlich aufgerüttelt werden. Wer Trauernde bewusst provoziert, handelt nicht nur pietätlos, sondern fordert Widerspruch heraus.

Bis zum gegenseitigen Hass ist es dann nicht mehr weit! Wehret den Anfängen!

Dresden war eine Stadt von vielen im 2. Weltkrieg. Schuld mit Unschuld aufzuwiegen und einer anschließenden Bewertung zu unterziehen ist zynisch, das Ergebnis nie nachweisbar und ein geschichtsbetrachtender Offenbarungseid sowie Zeugnis abwegiger verantwortungsloser Vergangenheitsbewältigung...

Ich wollte bisher nie am 13. Februar in die Dresdner Innenstadt gehen, erst recht nicht öffentlich sprechen.

Heute muss ich reden und fühle mich regelrecht dazu verpflichtet.

Vieler meiner Freunde und Dresdner Mitbürger verließen – wie auch ich - ganz bewusst seit Jahren an diesem Tag Dresden, zumindest erinnerten wir uns still, hörten den Glocken der Stadt in den späten Abendstunden und stellten Kerzen in die Fenster. Ich werde manchen 13. Februar in meiner Heimatstadt nie vergessen und mich gern daran erinnern. Beispielsweise besuchten (1995) meine Mutter, eine Freundin und edle Stifterin für die Frauenkirche aus Hannover und ich im Dresdner Kulturpalast ein Gedenkkonzert mit dem Dirigenten Yehudi Menuhin, einem der größten Violinvirtuosen des 20. Jahrhunderts.

Erinnern muss ich mich jedoch auch an den 13. Februar 2015, den 70. Jahrestag, mit dem Krawall und Klamauk produzierenden Jugendpfarrer König aus Jena auf dem Neumarkt, unter sehr irritierenden Blicken hoch geschätzter Gäste u. a. aus dem britischen Königshaus. Noch schlimmer: schreiende und „Dresden hat´s verdient“- sowie „Thanks Bomber Harris“-Sprüche von jungen Deutschen am frühen Morgen des 14. Februar 2015, die versuchten, unsere Kranzniederlegung auf dem Altmarkt zu verhindern, zumindest zu stören.

Heute müssen wir noch immer mit einem unwürdigen, schäbigen Denkmal auf dem Altmarkt zu Ehren der Opfer des 13. und 14. Februar 1945 leben, während andere große und geschichtsträchtige Plätze unserer Stadt mit einer sogenannten Kultur zweckentfremdet und entehrt werden, für die die Mehrheit der Bürgerschaft kein Verständnis hat und bewusst provoziert und schlicht beleidigt wird….

Erinnern wird sich auch meine Mutter, die, so Gott will, Ende April ihren 88. Geburtstag feiern darf, an den 17.04.1945: es war Mittag und ein sehr schöner sonniger Frühlingstag.

Binnen weniger Minuten verlor sie und ihre Familie beim letzten und, gemessen an der Anzahl der Flieger, größten Luftangriff auf Dresden Ihr Zuhause, das komplette Eigentum und alles, was sie nicht trug. Mitbewohner ihres Hauses, die im „falschen“ Keller Zuflucht genommen hatten, verloren durch einen Bombenvolltreffer ihr Leben.

Anschließend wurden u. a. meine Mutter und in Begleitung und in ihrer Obhut befindlichen kleinen 3 Kinder - nunmehr Flüchtlinge - auf dem Possendorfer Berg von Tieffliegern beschossen.

Sie rannten um ihr Leben … und wurden gezielt beschossen. Dreck- und blutverschmiert überlebten sie.

Wer fasst meiner Mutter am 17.04. die Hand und bildet eine Menschenkette? – Warum diese am 13.Februar? Meine Mutter verzichtet darauf und lehnt solche, ja jede Symbolpolitik ab!

Wahrheit ist Erinnerung!

Bitte lasst uns erinnern, nach vorne schauen und alles dafür tun, dass wir solches nie wieder erleben müssen. Danke!

Zurück