22.05.2015: „Gender Mainstreaming“

Die verquere Gleichstellungs-Ideologie hat das Dresdner Rathaus erobert.

Nur die wenigsten Bürger Deutschlands haben sich näher mit Gender Mainstreaming beschäftigt. Die Ziele und Grundlagen dieser problematischen Ideologie bleiben den meisten Menschen unbekannt. Allein in der Stadt Dresden beschäftigen sich viele Publikationen und Gremien mit diesem Thema, das als politische Querschnittsaufgabe beschrieben wird. Es gibt Aktionspläne, ein Konzept zur Umsetzung sowie nachhaltigen Verankerung von Gender Mainstreaming und sogar einen Gender-Check. Auf der Internetpräsenz Dresdens findet sich ein breiter Überblick über die Grundlagen und die Geschichte dieser Theorie. Selbst im Bibliotheks-Entwicklungskonzept der Landeshauptstadt spielt Gender eine Rolle.

Was Gender Mainstreaming eigentlich bedeuten soll, bleibt dabei aber eigentümlicherweise
im Unklaren. Alle Publikationen und Erklärungen sprechen von der Gleichstellung zwischen Mann und Frau, vom Abbau von Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern, von der Durchsetzung von Chancengleichheit. Alle diese Punkte waren und sind bereits Bestandteil und Aufgabe politischen Handelns, wie im § 3 des Deutschen Grundgesetzes niedergehalten. Dazu hätte es Gender Mainstreaming nicht bedurft. Unerwähnt bleibt hingegen die wissenschaftliche Hypothese, die hinter dem sperrigen Begriff steht, der sich kaum ins Deutsche übersetzen lässt.

Gender bezeichnet das soziale Geschlecht, welches vom biologischen Geschlecht (eng. sex) unterschieden wird. Grundlegend ist die Auffassung, dass das, was als Mann und Frau erscheint, weniger durch Biologie und Gene, sondern durch soziale Rollenbilder bestimmt sei. Die unterschiedlichen Geschlechter seien kein naturgegebenes Faktum; vielmehr entstünden die Geschlechter und somit auch die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten erst innerhalb der Gesellschaft. Und an diesem Punkt setzt Gender Mainstreaming an: Ändert man die Gesellschaft und damit die sozialen Rollenbilder, beseitigt man die Ungerechtigkeiten zwischen Mann und Frau. Daher auch die Begrifflichkeit Mainstreaming: In allen Ebenen der Politik müsse die umfassende Implementierung der Gender-Perspektive zur Querschnittsaufgabe gemacht werden.

Die Stadt Dresden beschreibt den Unterschied zwischen sozialem und biologischem Geschlecht im Internet an einem Beispiel: „[Das soziale Geschlecht ist] erlernt und somit veränderbar. Zum Beispiel ist es biologisch bedingt, dass nur Frauen Kinder gebären; aber es ist nicht von biologischen, sondern von sozialen Kriterien abhängig, wer die Kinder aufzieht und erzieht.“ Die vielfältigen Studien, die beispielsweise darauf verweisen, dass Kinder, die im ersten Lebensjahr von ihrer Mutter gestillt wurden, eine bessere Immunabwehr und eine höhere Lebenserwartung besitzen, als Kinder, die anderweitig ernährt wurden, werden einfach ausgeklammert. Die Erkenntnis, dass das biologische Geschlecht eben mehr als den „kleinen Unterschied“ zwischen Mann und Frau ausmacht, wird von Gender Mainstreaming geleugnet und unter dem Verweis des Biologismus einfach abgetan.

Ein wesentliches Merkmal der Gender-Ideologie ist die verquaste Sprache, welche zwar viel erzählt, aber nichts sagt. Ein Beispiel dafür ist die Antwort der damaligen Oberbürgermeisterin Helma Orosz auf eine Anfrage des AfD-Stadtrates Detlev Cornelius vom 16.10.2014 zu den Kosten des Gender Mainstreaming - Konzeptes für die Stadtverwaltung:

„Bei der Strategie Gender Mainstreaming handelt es sich um eine Querschnittsaufgabe, die auf die Herstellung von Chancengleichheit für alle zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zielt. Mit der Berucksichtigung der unterschiedlichen Lebenssituationen von Männern und Frauen sollen zielgruppenspezifische Losungen und Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden. Aufgrund dieser Zielgruppenorientierung können Ressourcen bedarfsgerecht eingesetzt werden. Die Umsetzung von Gender Mainstreaming als Querschnittsaufgabe wird daher über die regulären Budgets der Fachbereiche ohne zusatzliche finanzielle Mittel bestritten. Im Rahmen der Erfüllung des Beschlusses werden insbesondere zur Sensibilisierung der Beschäftigten und zur Unterstützung der Umsetzung Fortbildungen zum Thema angeboten. Seit 2003 fanden 51 Schulungen der Beschäftigten der Stadtverwaltung Dresden statt, für die Kosten in einer Höhe von insgesamt 116.817,00 Euro entstanden sind. Seit November 2010 wird die Umsetzung und Weiterentwicklung der Strategie Gender Mainstreaming durch eine halbe Stelle mit der Entgeltgruppe 9 nach TVöD fachlich begleitet.“

(ds)

Zurück