Denkmalschutz braucht keine Scheindebatten

02.09.2016

Es ist immer wieder bemerkenswert, mit welchen Scheindebatten sich manche Zeitgenossen dem Bürger ausgerechnet in Vorwahlzeiten als die Problemlöser offerieren. Da kommt plötzlich die Forderung der Linkspopulisten, nun alle Plattenbauten unter Denkmalschutz stellen zu wollen. Hier wäre einfach mal ein Blick ins Gesetz hilfreich“, empfiehlt AfD-Stadtrat Gordon Engler, Mitglied im Kulturausschuss und der Gestaltungskommission der Landeshaupstadt Dresden, den roten Gestaltungsexperten in Dresden, „denn das ist im Sächsischen Denkmalschutzgesetz bereits hinreichend geregelt.

Nach § 2 (1) des sächsischen Denkmalschutzgesetzes sind erhaltenswerte Kulturdenkmäler jene Objekte, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen, städtebaulichen oder landschaftsgestaltenden Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt. In Dresden gibt es etwa 10-15% Plattenbauten. „Nicht jedes Gebäude, das einfach nur schön anzusehen ist, muss gleich unter Denkmalschutz gestellt werden. Grundsätzlich kann aber auch ein noch so unschöner funktionaler Zweckbau einen gewissen Denkmalwert haben. Sofern Plattenbauten allerdings nicht abgerissen werden bzw. worden sind, hat man in der Vergangenheit bereits die Fassaden deutlich aufgewertet und weitere An- und Umbauten vorgenommen“, fährt Gordon Engler fort.

Nach einer Aufstellung des Bundesamtes für Statistik sind in Sachsen bereits über 9 % der Gebäudesubstanz denkmalgeschützt, während es deutschlandweit gerade einmal 4% sind. „Schon allein aus diesem Grund kann man sich auf einige wenige Exemplare beschränken, ohne jedoch in einer wachsenden und sich verändernden Großstadt wie Dresden städtebauliche Fehler einer vergangenen Zeit auch noch in die nächsten Jahrzehnte hinüberzuretten. Neben der Platte als Massenerscheinung existieren noch ‚edlere‘ Plattenbauten wie in der Berliner Wilhelmstraße und im Bereich der Sankt Petersburger Straße in Dresden. Weiterhin hat man sich zu DDR-Zeiten teilweise Mühe gegeben, kleinere Plattenbauten in den Innenstädten zu errichten, welche sich relativ gut in die regional-typische Bebauung einfügen (z.B. in Greifswald oder in Cottbus). Für die Plattenbauten am Neustädter Markt gilt dies hingegen nicht. Sie stehen in einem starken Kontrast zur erhaltenen barocken Bebauung der Inneren Neustadt, weshalb ich mich entschieden für deren Rückbau ausspreche“, erklärt Gordon Engler.

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