OB Hilbert: „Islamisches Neujahr ist kein religiöses Fest“

29.09.2016

Die dürftige Antwort des Oberbürgermeisters war gespickt mit den üblichen wohlmeinenden Floskeln: die Dresdner Bürger seien interessiert an der Veranstaltung und herzlich eingeladen und man möge sich mit anderen Kulturen beschäftigen, zumal das Islamische Neujahr laut Oberbürgermeister ja gar kein religiöses Fest sei “, kritisiert Stadtrat Gordon Engler. Auf Englers mündliche Anfrage (mAF0158/16) im Stadtrat, wieso das Islamische Neujahr im Dresdner Rathaus gewürdigt werde und wie zukünftig die Interessen anderer Religionsgemeinschaften sowie der Atheisten gewahrt bleiben, folgte seitens des Oberbürgermeisters keine zielführende Stellungnahme – man werde die Veranstaltung auswerten und weitersehen, so der Oberbürgermeister.

Im Rahmen der Interkulturellen Tage hat Oberbürgermeister Hilbert für den 2. Oktober zum Islamischen Neujahr in den Plenarsaal des Rathauses geladen. Dazu betonte der Oberbürgermeister, dass dieser Termin bewusst gewählt wurde: die Veranstaltung findet im Rahmen der zentralen Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit statt. Gordon Engler kritisiert: „Ich persönlich halte die Wahl des Veranstaltungsortes in der gegenwärtigen Situation in Deutschland und insbesondere in Dresden für politisch unklug. Dass der Termin bewusst in den Rahmen der Deutschen Wiedervereinigungsfeiern gelegt wurde, verschlimmert diesen Umstand. Das Rathaus sollte allgemein kein Ort für direkte oder indirekte religiöse Feste sein. Das erwartet auch ein Großteil der Dresdner Bevölkerung, die nicht an ein göttliches Wesen glaubt. Aber auch das politische Signal – das Protegieren eines islamischen Festes durch die Landeshauptstadt Dresden – dürfte bei vielen Dresdner Bürgern die These von einer Islamisierung des Abendlandes eher untermauern als entkräften.

Des Weiteren mahne Gordon Engler: „Die DITIB als Mitveranstalter muss man auf Grund ihrer Einflussnahme seitens der türkischen Regierung kritisch sehen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Kooperation mit der DITIB erst kürzlich beendet, nachdem mit einem Comic der Märtyrertod verherrlicht wurde.

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