Tbc-Gefahr weiter im Blick behalten

05.01.2018

Im Zuge der öffentlichen Sondersitzung des Gesundheits-Ausschusses kritisiert Harald Gilke, gesundheitspolitischer Sprecher der AfD-Stadtratsfraktion, die verfehlte Informationspolitik. „Zum Gesundheitsschutz gehört auch eine offene Informationspolitik. Das hat auch nichts mit Panikmache zu tun. Vielmehr hat die unklare Informationslage in diesem Fall zur allgemeinen Verunsicherung beigetragen“, fasst Harald Gilke zusammen.

So wurden bereits am 18. September 2017 der erste Fall von Tuberkulose (Tbc) an der Dresdner HOGA Schule bekannt, wenige Tage später, am 22. September 2017, erhielt die HOGA Schule ein Informationsblatt vom Gesundheitsamt. „Es wurden zwar die vermutlichen betroffenen Personen – Schüler wie Lehrer – informiert, aber die anderen, vermutlich nicht betroffenen Schüler und deren Eltern wurden nicht Informiert“, bemängelt Harald Gilke. Erst nach einer internen Beratung der Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter wurden die Eltern aller Schüler mit einer Email am 14. Oktober 2017 informiert. „Die späte Reaktion wurde damit begründet, dass nur eine geringe Ansteckungsgefahr bestehe, da ein enger Kontakt zu einer erkrankten Person nötig sei – nun liegen 54 positive Befunde vor und fünf Personen sind erkrankt“, kritisiert Harald Gilke das Vorgehen.

Zwar gibt es seitens des Gesundheitsamtes Notfallpläne für Infektiöse Krankheiten, jedoch nicht speziell für Tuberkulose. „Die bereits gewonnen Erkenntnisse aus diesem Fall zeigen, dass hier eine Nachbesserung nötig ist und auch die Vorsorge bei Tbc-Fällen erweitert werden muss“, so Harald Gilke, der sich bereits im Februar 2017 mit einer Anfrage zu Infektionskrankheiten an den Oberbürgermeister wandte. Dieser teilte mit, dass im Jahr 2016 insgesamt rund 40 behandlungspflichtige Tuberkuloseerkrankungen bei Asylbewerbern diagnostiziert wurden.

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