AfD-Fraktion beantragt Erhöhung der Hellerau-Eintrittspreise

13.06.2018

Ab der Spielzeit 2018/2019 sollen die Eintrittspreise im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau (V2316/18) deutlich angehoben werden, fordert die AfD-Stadtratsfraktion in ihrem Ersetzungsantrag. „Vergleichbare internationale Bühnen verlangen teilweise höhere Eintrittspreise. An diesen Preisen sollte sich Hellerau orientieren und nicht versuchen, diese zu unterbieten“, betont Gordon Engler, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. Daher soll der Preis – je nach Veranstaltungsgruppe – für Vollzahler auf bis zu 30 Euro angehoben werden.

Die moderate Preisanpassung ist berechtigt und notwendig. Für gute Kunst geben Interessierte gerne einen entsprechenden Betrag aus, wie viele Veranstaltungen und Konzerte in Dresden zeigen. Hellerau muss hier mit einem attraktiven Angebot punkten – es kann doch nicht sein, dass Hellerau mehr Geld für Werbung ausgibt, als man durch Kartenverkäufe einnimmt“, kritisiert Gordon Engler mit Blick auf den EZKD-Jahresbericht 2017, der Ausgaben für PR, Werbung und Publikationen in Höhe von 275.000 Euro, aber nur Kartenverkäufe in Höhe 220.000 Euro von ausweist.

Das Europäische Zentrum der Künste Hellerau erhielt 2017 städtische Zuschüsse und staatliche Fördergelder in Höhe von fast drei Millionen Euro. Zudem vergibt Hellerauch nach Eigenangaben 12,5 Prozent ihrer Karten als Freikarten, das Rechnungsprüfungsamt kam in seiner Untersuchung auf eine Freikartenquote von sogar 20 Prozent.

„Zugleich sparen Zuschauer zusätzlich beim Kauf der HellerauCard. Für gerade einmal 25 Euro im Normaltarif gibt es aktuell Preisnachlässe von 50 Prozent pro Karte. Ein solches Konzept soll normalerweise Stammgäste stärker ans Haus binden, in Hellerau kommen aber schon Gelegenheitsbesucher in den Genuss von zusätzlichen Rabatten“, erklärt Gordon Engler. „Mit unserem Ersetzungsantrag soll sich die HellerauCard deutlich verteuert werden, zudem aber der Rabatt auch höher ausfallen. Damit amortisiert sich die HellerauCard erst ab der siebten Veranstaltung und nicht wie jetzt bereits beim Kauf der dritten Karte.“

„Wir brauchen für das Festspielhaus Hellerau mehr Realismus. 2016 lag der durchschnittliche Kartenpreis bei 7,21 Euro. Im Gegensatz dazu wurde jede Eintrittskarte im Schnitt mit 115 Euro gefördert“, stellt Gordon Engler klar. „Unser Ersetzungsantrag, der die Einnahmestruktur vom Kopf auf die Füße stellen will, wurde im Kulturausschuss gestern mit breiter Mehrheit abgelehnt. Trotzdem werden wir ihn im Stadtrat erneut zur Abstimmung bringen. Derzeit ist das Festspielhaus Hellerau keine Kultureinrichtung, sondern ein Subventionsbetrieb für sonst arbeitslose Kulturschaffende. Das wollen wir ändern.“

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