Europäisches Zentrum der Künste Hellerau: „Welcome to Hell“?

Europäisches Zentrum der Künste Hellerau:
„Welcome to Hell“?

29.06.2018

Es ist bedauerlich, dass der Stadtrat unserem Ersetzungsantrag, die Eintrittspreise im Europäischen Zentrum der Künste in Hellerau deutlich anzuheben, nicht gefolgt ist. Damit bleibt das EZK Hellerau ein Fass ohne Boden“, sagt Gordon Engler, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion.

Ein umfangreicher Vergleich mit ähnlichen Produktionshäusern in Deutschland hat ergeben, dass Hellerau bei vielen Kennzahlen sehr schlecht abschneidet. Die Personalkosten im Vergleich zu den Besucherzahlen sind unglaublich hoch. Laut Planansatz 2017 hat Hellerau mehr als 75 Euro pro Besucher für Personal ausgegeben. Kampnagel in Hamburg oder die Sophiensäle in Berlin zum Beispiel deutlich unter 30 Euro“, führt Gordon Engler aus. „Die durchschnittlichen Erlöse im Ticketverkauf, also Einnahmen im Kartenverkauf durch Anzahl verkaufter Karten, sind unterirdisch, nämlich nur gut 7 Euro. Andere Einrichtungen erzielen das Doppelte. Die Dresdner Musikfestspiele nach Planansatz sogar das Vierfache“, kritisiert Gordon Engler. „Hellerau bekommt im Vergleich mit anderen Häusern hohe öffentliche Zuschüsse, hat aber gleichzeitig mit den geringsten eigenwirtschaftlichen Erlös.“

„Solche Zahlen scheinen für die Mehrheit der Stadträte keine Rolle zu spielen, sonst müsste allen klar sein, dass die Finanzsituation in Hellerau dringend überarbeitet gehört“, macht Gordon Engler deutlich. „Das legen letztlich auch Aussagen des scheidenden Hellerauer Intendanten, Dieter Jaenicke, nahe. Statt Effizienz zu befördern, legt er Wert auf moderne, offene und pluralistische Arbeits- und Partizipationsprozesse. Statt einen stringenten Intendanzbetrieb für Hellerau zu gewährleisten, ist er stolz auf maximale Selbstständigkeit des künstlerischen Teams. Kein Wunder, warum im Europäischen Zentrum der Künste in Hellerau alles drunter und drüber geht“, stellt Gordon Engler fest.

Sogar auf ‚WELCOME TO HELL‘ ist Intendant Dieter Jaenicke ‚ein bisschen stolz‘, wie in der Publikation des EZK ‚WE WERE HERE – Hellerau 2009-2018‘ mit Bezug zu den G20-Ausschreitungen in Hamburg kundtat, weil ‚das Copyright zu diesem Titel eigentlich‘ beim Europäischen Kulturzentrum liege. Das ist genau genommen ein Skandal. Jaenicke findet nämlich nicht einmal ein Wort der Distanzierung für die durch die Linksextremisten angerichteten Schäden in Millionenhöhe und bezeichnet die Vorgänge in Hamburg im letzten Jahr verharmlosend gar als ‚Mega-Demo‘. Das ist unwürdig und schamlos“, ergänzt Gordon Engler.

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