Mündliche Anfrage mAF0158/15

Stadtrat Gorden Engler - 27.09.2016

Gegenstand:
Islamisches Neujahr im Neuen Rathaus

Fragen:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Vorwort: aus persönlichem Interesse – und zum Leidwesen meiner Freundin – steht auf meinem Nachttisch seit mehreren Wochen ein Exemplar des Koran, welchen mir die Amadiyya-Gemeinde im Rahmen eines Gespräches mit meiner AfD-Fraktion schenkte.

Zur Fragestellung: Am Sonntag, den 2. Oktober, werden Sie hier im Plenarsaal des Rathauses das Islamische Neujahr im Rahmen der Interkulturellen Tage gemeinsam mit muslimischen Gruppen feiern – u.a. mit der Dresdner DITIB-Gemeinde. wobei bspw. jene DITIB, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. unter der Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei steht und erst kürzlich das Bundesland Nordrhein-Westfalen verkündete, die Kooperation mit der DITIB zu beenden.

Das islamische Neujahr erinnert an das zentrale Ereignis in der Geschichte des Islam, als der Prophet Mohammed, im Jahre 622 nach christlicher Zeitrechnung mit seinen gesamten Anhängern von Mekka nach Medina flüchtete und von dort aus schließlich erfolgreich seinen theokratischen, aus christlicher Sicht im Prinzip häretischen Staat aufbaute. Dieses Ereignis – also die Migration bzw. die Flucht um ein islamisches Staatswesen aufzubauen – im Rathaus zu feiern, dürfte bei vielen Dresdner Bürgern die These von einer Islamisierung des Abendlandes eher untermauern als entkräften.

Daher meine – drei kurzen – Fragen:

Wieso feiert man das Islamische Neujahr im Dresdner Rathaus und plant die Landeshauptstadt Dresden, diese Veranstaltung zukünftig regelmäßig im Rathaus stattfinden zu lassen?

Werden zukünftig auch bspw. das koreanische/chinesische Neujahr (am 27./28. Januar 2017) – welches bereits 2005 im Dresdner Rathaus begangen wurde – oder anderweitige religiöse Festtage wie bspw. die Wintersonnenwende im Rathaus gefeiert?

Und wie trägt die Landeshauptstadt Dresden den weltanschaulichen Ansichten des weitaus größten Teils seiner Bevölkerung – rund vier Fünftel der Einwohner Dresdens sind Atheisten – Rechnung?

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