Neubau Erweiterungsschulgebäude Vitzthum-Gymnasium

Rede von Stadtrat Harald Gilke

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Stadträte,

der Erweiterungsbau des Vitzthum-Gymnasiums wirkt wie Aspirin:
es bekämpft die Symptome, nicht aber die Ursachen.

Der Schulneubau wurde vierzügig geplant, vierzügig gebaut und erst vor 6 Jahren übergeben. Trotz der Vierzügigkeit wurden jedes Jahr fünf Züge aufgenommen. Wohin? Wie kann eine baulich auf vier Züge ausgelegte Schule jährlich fünf Züge aufnehmen?

Eigentlich hätten wir bereits vor 6 Jahren über den Bedarf und die Kapazität diskutieren müssen. Aber es steht erst heute auf der Tagesordnung. Offenbar ist jetzt auch das letzte Kabuff im Keller mit Schülern auf engstem Raume belegt und man bangt um die Zukunft der unrechtmäßigen Fünfzügigkeit.
Doch woher kommt der Mehrbedarf? Was sind die eigentlichen Ursachen? War die damalige Planung fehlerhaft? Nein! Die damalige Planung sah noch die Gründung des Gymnasiums Prohlis vor, die in einem Stadtratsbeschluss durch uns bestätigt wurde.

Seit Jahren boykottiert aber die Stadtverwaltung dieses Vorhaben. Den aktuellen Versuch dazu haben wir hier vor uns liegen. Denn was bedeutet der fertiggestellte Erweiterungsbau des Vitzthum-Gymnasiums für das Gymnasium Prohlis? Dass dann kein Bedarf mehr für das Gymnasium Prohlis besteht und die Gründung final erfolgreich verhindert worden ist.

Wer mit Absicht seinen Schädel gegen die Wand schlägt, der braucht sich dann nicht über Kopfschmerzen beklagen! Die Vorlage appelliert an die Faulheit der Stadträte, dass wir sie hier ungelesen durchwinken und nicht kritisch hinterfragen. Liebe Stadtratskollegen, ich möchte Sie daran erinnern, dass in Deutschland nach dem Grundgesetz eine Gewaltenteilung herrscht und wir die Legislative sind. Wir haben zu bestimmen, was die Stadtverwaltung als Exekutive ausführt und nicht umgekehrt! Und wir Stadträte haben beschlossen, dass das Gymnasium Prohlis gegründet wird und demnach existiert im Vitzthum-Gymnasium kein Mehrbedarf, der einen Erweiterungsbau rechtfertigt.

Daher ist die Vorlage an und für sich abzulehnen. Da wir aber aus Erfahrung wissen, dass die Wahrheit nach außen hin oft verdreht wird, müssen wir befürchten, dass Rot-Grün-Rot und die Presse unsere Ablehnung in die realitätsverzerrende Schublade „AfD ist gegen Vitzthum-Gymnasiasten“ stecken wird. Deswegen werden wir uns in der Abstimmung enthalten.

Vielen Dank!

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