Stadtrat Stefan Vogel zum Markenzeichen Dresden

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
verehrte Stadträte,
sehr geehrte Damen und Herren,

der vorliegende Antrag der CDU-Fraktion ist nichts Halbes und nichts Ganzes! Ein Markenzeichen „Qualität aus Dresden – Dresden quality“ ist sicherlich eine gute Idee und ein guter Vorschlag. Mitnichten aber ist diese Idee Bestandteil eines zu Ende gedachten wirtschaftspolitischen Konzepts. Genau dies darf aber Dresden von Politik und Verwaltung erwarten!

Ein Markenzeichen muss mit Leben gefüllt werden. Es reicht nicht, nur ein Logo zu entwickeln. Wir als Stadtrat sollten genau definieren, wofür ein solches Qualitätssiegel stehen sollte, wer und nach welchen Kriterien „vom positiven Image der Stadt Dresden profitieren“ soll und darf. Kurz gefasst: Wir als Politik sollten hier gestalten!

Im Beschlussvorschlag heißt es, „[a]ls Projektpartner sind die Wirtschaftsverbände und die umliegenden Landkreise zu gewinnen und einzubinden.“ Das klingt mehr nach einem Wunsch. Hat im Vorfeld des Antrages jemand mit betreffenden Organisationen und Institutionen gesprochen?

Liebe CDU-Fraktion, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

lassen sie uns einen Schritt weiter gehen und einen größeren Wurf machen!

Die Attraktivität Dresdens lässt sich nicht vom Umland trennen: die sächsische Schweiz, das weit gestreckte Elbtal mit Meißen, Radebeul und Pirna. Die sächsische Landeshauptstadt muss sich dabei mit den angrenzenden Landkreisen enger verzahnen, dies ist nämlich bisher nicht der Fall oder nur rudimentär verwirklicht.

Was die Stadt und die Region Dresden brauchen, ist eine eigene Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft. Eine „INVEST REGION DRESDEN (Oberes Elbtal) GmbH“ beispielsweise nach dem Vorbild „Invest Region Leipzig GmbH“ könnte für arbeitsplatzschaffende gewerbliche Direktinvestitionen sorgen, qualifizierte Fachkräfte aus dem In- und Ausland gewinnen sowie die Standortvorteile der INVEST REGION DRESDEN auf nationalen und internationalen Märkten präsentieren.

Weltweit befinden sich Länder und Regionen in einem zunehmend stärker werdenden Wettbewerb um Investoren. Für eine optimale Positionierung sollten sich die sächsische Landeshauptstadt und die umliegenden Landkreise Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gegenüber nationalen und internationalen Investoren gemeinsam präsentieren. Das Potential dieser Wirtschaftsregion mit ihren derzeit mehr als als 1,33 Millionen Einwohnern kann dadurch noch erfolgreicher vermarktet werden. Ziel muss es sein, die wirtschaftli­che Leis­tungskraft Dresdens sowie der drei Landkreise deutlich zu verbessern, neue Arbeits­plät­ze zu schaffen sowie die relevanten Akteure besser zu vernetzen.

Das von der CDU-Fraktion favorisierte Markensiegel „Qualität aus Dresden – Dresden quality“ wäre dann nur noch ein Unterpunkt der Marketingstrategie der Stadt und Region Dresden. Gleichzeitig aber wäre betreffendes Herkunfts-Markenzeichen eingebettet in eine umfangreiche Marketing- und Wirtschaftsförderungskonzept.

Dies wäre der bessere Weg, ein größerer Wurf! Ein entsprechender Antrag ist gestern von der AfD-Fraktion eingebracht worden.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

bitte nehmen sie unsere Anregungen und Vorschläge auf und lassen sie uns in dieser Hinsicht konstruktiv und gemeinsam an der Zukunft Dresdens arbeiten. In der jetzigen Form geht uns Ihr Antrag nicht weit genug, daher werden wir uns enthalten. Meine Fraktion regt aber an, dass von mir gerade skizzierte Konzept in Angriff zu nehmen und hofft, dass die CDU-Fraktion ihren Antrag für eine umfassendere politische Konzeption zurückstellt und in unseren weitgreifenderen Vorschlag integriert.

Vielen Dank!

 

 

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