Stadtrat am 21.01.2016 - Vorplanung Stadtbahn 2020

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
liebe Gäste,

mit der von ihnen geplanten Stadtbahn 2020 wird wieder ein Großprojekt in die Annalen unserer Stadtgeschichte eingehen. Doch fangen wir von vorne an. Geplant ist, dass die Linie 7 von der Kesselsdorfer Straße über die „neue“, sofern sie rechtzeitig fertig wird, Nossener Brücke bis zum Nürnberger Platz fahren soll. Gleichzeitig soll die Linie 9 dann vom Hauptbahnhof über den Nürnberger Platz, den Fritz-Förster Platz und den Zelleschen Weg zum Wasaplatz fahren. Perspektivisch ist außerdem zusätzlich eine neue Linie 14 von Leutewitz über die TU nach Striesen geplant. Die Straßenbahnen sollen die Busse der Linie 61 entlasten und mit der neuen Linie 14 komplett ersetzen. Die Studentenroute der "61" gehört laut DVB mit bis zu 50.000 Fahrgästen am Tag zu den am stärksten genutzten Linien. Selbst der DVB-Verkehrsplaner Andreas Hoppe muss zugeben: „Ich habe keine Ahnung. wie das funktioniert.“ Wenn das die Maxime ist, mit der die DVB und schlussendlich die Stadt plant, dann wird mir jetzt schon Angst und Bange.

Das Teilstück zwischen Nürnberger Straße und Wasaplatz kostet laut einem Bericht der DNN über 55 Millionen Euro, von denen die Stadt und die DVB  allein 22 Millionen Euro tragen müssten. Wo wir angesichts einer gravierenden Haushaltssperre, und ausufernden Kosten in der Flüchtlingsunterbringung das Geld für dieses Projekt aufbringen sollen, kann niemand genau erklären.

Dazu passt auch die aktuell in Diskussion gebrachte Verknappung des Zelleschen Weges auf eine Spur für Autofahrer in das seit der letzten Stadtratswahl gezeichnete Bild der konsequenten, ideologiebehafteten Nichtbeachtung der Interessen der Dresdner Autofahrer durch die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit. Schon jetzt kommt es in den Hauptstoßzeiten aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zu enormer Staubildung. Wir bekommen aber die zunehmenden Verkehrsprobleme der Stadt nicht gelöst, indem wir uns hier ein neues Problem schaffen. Auch auf der Großen Meißner Straße wird sich die Verkehrssituation neben dem geplanten Rückbau zusätzlich durch die geplante Sperrung der Augustusbrücke verschärfen. Deshalb fordern wir, dass die Augustusbrücke für den Verkehr offen zu halten ist. Der Zellesche Weg muss zweispurig als Verkehrsader unserer Stadt erhalten bleiben und darf nicht Opfer linker Ideologen werden.

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