Abschaffung der Fahrkartenentwerter benachteiligt Kinder, Senioren und Touristen

Die DVB und der VVO planen die komplette Abschaffung der Fahrkartenentwerter. Künftig sollen Fahrkarten nur noch per Smartphone-App oder bereits entwertet am Automaten erhältlich sein. Unentwertete Vorratskarten, wie der klassische Einzelfahrschein und besonders die beliebte 4er-Karte, würden damit faktisch abgeschafft.

In Dresden allein gibt es rund 1.700 Entwerter, im gesamten VVO über 2.500. Die Begründung der Verantwortlichen lautet Einsparungen bei Wartung, Unterhaltung und Ersatzbeschaffung.

Dazu erklärt Marco Dittrich, verkehrspolitischer Sprecher der AfD-Stadtratsfraktion und DVB-Aufsichtsratsmitglied: „Wir begrüßen grundsätzlich jede sinnvolle Einsparmaßnahme, die das Angebot im ÖPNV sichert. Diese Maßnahme ist jedoch schlecht durchdacht und geht zu Lasten der Schwächsten. Kinder, Jugendliche und vor allem ältere Menschen ohne Smartphone oder Kreditkarte werden künftig massiv benachteiligt. Auch nicht jedes Kind besitzt ein Bildungsticket. Der gleichzeitige Umbau vieler Fahrkartenautomaten auf bargeldloses Bezahlen verschärft das Problem zusätzlich. Damit wird ein erheblicher Teil der Bevölkerung faktisch von der spontanen und unkomplizierten Nutzung des ÖPNV ausgeschlossen. Auch für Touristen ist das eine Zumutung – niemand möchte sich im Urlaub erst mühsam mit lokalen Apps auseinandersetzen. Das ist nicht nur sozial unverantwortlich, es schwächt die gesellschaftliche Teilhabe und den touristischen Standort Dresden.“

Marco Dittrich macht weiterhin deutlich: „Der ÖPNV muss für alle Dresdner zugänglich bleiben – unabhängig von Alter oder technischer Affinität. Wir werden daher sowohl bei der DVB als auch im VVO darauf drängen, die Entwerter prinzipiell zu erhalten. Eine vernünftige Lösung wäre, jeweils nur noch einen Entwerter pro Fahrzeug in der Mitte anzubringen. So könnten deutliche Einsparungen erzielt werden, ohne vulnerable Gruppen auszuschließen.“

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